Für Katerina Jaschinski und Jocelyn Gehring war der Bundesfreiwilligendienst eine gute Entscheidung. Sie sind jetzt nicht nur Rettungssanitäterinnen, sondern haben in der Zeit auch wertvolle Arbeitserfahrungen gesammelt.
Zwei junge Frauen, zwei unterschiedliche Wege, eine identische Erfahrung: „Der Freiwilligendienst war eine richtig gute Entscheidung.“ Für Katerina Jaschinski (21) und Jocelyn Gehring (20) sind es jetzt im Februar die letzten Tage in ihrem Bundesfreiwilligendienst (BFD) bei den Johannitern in Hannover. Beide waren im Herbst 2024 gestartet, hatten sich zu Rettungssanitäterinnen (RS) qualifiziert und seitdem im Bevölkerungsschutz und bei Sanitätsdiensten gearbeitet. Die 18 Monate waren für sie voller Erlebnisse und Erfahrungen, die sie für ihren weiteren Weg geprägt haben. In verschiedene Richtungen wird es nun weitergehen. Katerina Jaschinski fängt im Herbst ein Studium bei der Polizei an. Jocelyn Gehring bleibt erstmal bei den Johannitern. Durch den BFD hat sie ihren Traumberuf gefunden, ihr nächstes Ziel ist die dreijährige Ausbildung zur Notfallsanitäterin.
Als Katerina Jaschinski im Frühjahr 2024 Abitur an der Ricarda-Huch-Schule machte, wusste sie schon genau, dass sie später einmal zur Polizei will. Trotzdem entschied sie sich zunächst für den Freiwilligendienst. So konnte sie erst einige Monate als Animateurin auf Fuerteventura arbeiten und außerdem noch zwei Jahre im Elternhaus bleiben. Was sie im Freiwilligendienst erwarten würde, wusste sie nicht genau, wurde dann aber „positiv überrascht“. Die Zeit begann mit einer sechswöchigen Schulausbildung. Angefüllt mit medizinischem Fachwissen absolvierte sie ein Krankenhaus-Praktikum, legte dort selbst Zugänge und durfte mit Hilfe intubieren. Bei dem anschließenden Rettungswachen-Praktikum erlebte sie zweimal eine Reanimation. „Es gab lange Nachbesprechungen damals, das hat mir sehr geholfen, alles zu verstehen und gut zu verarbeiten“, sagt sie.
Jocelyn Gehring hatte schon als Schülerin einen ersten Kontakt zur Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Im Rahmen eines Schulprojektes arbeitete sie eine Woche lang beim Kältehilfebus. Sie erinnert sich noch gut daran: „Die Arbeit dort und der Kontakt mit den bedürftigen Menschen hat mich sehr beeindruckt.“ Als sie nach ihrem Abitur noch nicht wusste, wie es weitergehen soll, nutzte sie die Erfahrung und bewarb sich um einen BFD-Platz.
Auch sie qualifizierte sich zur Rettungssanitäterin und arbeitete auf Sanitätsdiensten, im Bevölkerungsschutz und im Hausnotruf-Einsatzdienst. Dort erlebte sie gleich zu Beginn einen Menschen mit einem schweren Schlaganfall. Nach diesem Einsatz bekam sie in mehreren Gesprächen Hilfe von Kollegen der Psychosozialen Notfallversorgung. „Das war wirklich gut“, sagt sie und hatte zur Folge, dass die 20-Jährige mit jedem Einsatz mehr die Arbeit im Rettungsdienst „lieben lernte“. Sie will im Blaulichtbereich bleiben.
Für beide Frauen war der Freiwilligendienst eine wichtige Station in ihrem Leben und ein guter Start in die Berufswelt. Beide haben die Monate genutzt, um sich zu orientieren und im Erwachsenenleben Fuß zu fassen. Jocelyn Gehring sagt: „Richtig gut am Freiwilligendienst ist, dass man noch wenig Verantwortung trägt, aber viel Input bekommt. Man lernt einfach super viel.“
Infos zum Freiwilligendienst bei den Johannitern gibt es unter der kostenfreien Servicenummer (08 00) 0 01 92 14 oder hier: www.fsj-hannover.de.