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Betriebswohnungen

Der Jobwechsel oder der Einstieg in den Arbeitsmarkt nach der Ausbildung steht oftmals mit einem Wohnortwechsel in Verbindung. Steigende Mieten in Großstädten und Ballungszentren haben daher eine große Bedeutung für den Arbeitsmarkt. So ist es nicht verwunderlich, dass laut Umfragen 84 Prozent der Befragten die Meinung vertreten, dass Unternehmen durchaus attraktiver erscheinen, wenn sie ihren Mitarbeitern eine Betriebswohnung stellen könnten.

Was ist ein Betriebswohnung

Betrieblich vermittelte oder gestellte Wohnungen für die eigenen Mitarbeiter erleben zurzeit eine Renaissance. Wo früher Fabrikanten die Fluktuation der angeworbenen Mitarbeiter aus dem ländlichen Raum verhindern wollten und dies den Hauptgrund für den Bau von Werkswohnungen ausmachte, sind es heute der fehlende Wohnraum in den Ballungsgebieten und die horrenden Mietpreise, welche zur Wiedereinführung von Betriebswohnungen führen. Leider ist dies momentan noch beschränkt auf Regionen mit deutlich angespannten Wohnsituationen In Städten wie zum Beispiel München oder Frankfurt reicht ein Firmenwagen allein nicht mehr aus, um im Wettbewerb der Arbeitgeber um qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu bestehen.

Bei einer Betriebswohnung handelt es sich in der Regel um eine Wohnung, welche der Arbeitgeber seinen Angestellten zu einem geringeren Mietpreis zur Verfügung stellt. Dabei ist Grundvoraussetzung, dass der Mieter Beschäftigter des Betriebes ist und bleibt. Oftmals sind solche Wohnungen an einen bestimmten Arbeitsplatz gebunden, wie zum Beispiel Hausmeisterwohnungen.

Doch auch große Unternehmen erkennen die Vorteile, welche ihnen daraus entstehen ihre Mitarbeiter mit betrieblichem Wohnraum an sich zu binden. So geht zum Beispiel die Deutsche Bahn mit eigenen Betten auf Mitarbeitersuche und betreibt bereits in Großstädten wie Hamburg, Köln und Stuttgart Wohnheime mit möblierten Zimmern oder Appartements.

Der Staatssekretär im Bundesbauministerium, Gunter Adler bemerkte bereits 2017: „Bei der Gewinnung von Fachkräften sind Unternehmen aller Branchen mit einem Jobangebot, welches maßgeschneiderte und bezahlbare Wohnungen inkludiert ganz klar im Vorteil.“ gegenüber der WELT.

Gut zu wissen:

Wer in den heutigen Zeiten von Fachkräftemangel und sinkenden Schülerzahlen auf dem Arbeitsmarkt die Nase vorn behalten will, braucht schlagkräftige Argumente wie attraktive Beschäftigungsmodelle und moderne Sozialleistungen – und das unabhängig von Branche und Beruf.

Steuerliche Behandlung – Änderungen bringen seit 2020 Entlastung

Prinzipiell ist eine vom Arbeitgeber an seinen Mitarbeiter verbilligte oder frei zur Verfügung gestellte Wohnung als steuer- und beitragspflichtiger Arbeitslohn zu behandeln. Seit dem 01.01.2020 können bestimmte Voraussetzungen dazu führen, dass kein geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer angesetzt werden kann.

Wohnungsüberlassung als geldwerter Vorteil

Bei verbilligten oder kostenfreien überlassenen Wohnungen spricht man in der Regel von einem Sachbezug, welcher steuerlich dem Arbeitnehmer als geldwerter Vorteil anzurechnen ist. Im Falle der bestehenden Sozialversicherungspflicht für den Mitarbeiter fallen zusätzlich für den Arbeitgeber und den Mitarbeiter Beiträge zur Sozialversicherung an. Dabei wird der geldwerte Vorteil mit dem ortsüblichen Mietpreis bewertet.

Gut zu wissen:

Alle Aufwendungen, welche der im Rahmen der Nutzung seiner Betriebswohnung leistet, kann er sich als Werbungskosten wenigstens teilweise über die Einkommenssteuererklärung zurückholen.

Das hat sich nun teilweise geändert, sodass mit dem neuen Bewertungsabschlag in § 8 Abs. 2 S. 12 EstG der Ansatz des Sachbezuges unter folgenden Voraussetzungen unterbleibt:

  • solange das vom Mitarbeiter für die Wohnung gezahlte Entgelt mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietpreises beträgt und
  • der Arbeitnehmer nicht mehr als 25 Euro/m2 ohne umlagefähige Kosten im Sinne der Verordnung über die Aufstellung von Betriebskosten entrichtet.

Gut zu wissen:

Aufgrund des Fehlens einer entsprechenden Regelung in der SvEV bleibt der geldwerte Vorteil in der Sozialversicherung beitragspflichtig.

Die vertragliche Gestaltung

Eine Frage bleibt – was passiert mit der Wohnung, wenn das Arbeitsverhältnis endet? Entscheidend dafür ist die vertragliche Gestaltung.

Werkmietwohnung

Hier schließen Arbeitgeber und Mitarbeiter zwei voneinander getrennte Verträge ab. Den Arbeitsvertrag und den Mietvertrag. Da beide Verträge rechtlich selbstständig sind, können die Verträge unabhängig voneinander gekündigt werden. Dabei gelten die mietrechtlichen Vorschriften des BGB.

Die Amtsgerichte sind für Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit einer Werkmietwohnung zuständig. Der Zuweisung einer Werksmietwohnung als auch der Kündigung bedarf es der Zustimmung des Betriebsrates.

Werkdienstwohnung

Anders verhält es sich bei einer Werkdienstwohnung. Hier ist die Vereinbarung zur Überlassung der Werkdienstwohnung Bestandteil des Arbeitsvertrages. Daher kommen in diesem Fall überwiegend arbeitsrechtliche Vorschriften zur Anwendung, sodass Streitigkeiten bezüglich einer Werkdienstwohnung vor dem Arbeitsgericht verhandelt werden.

Sobald das Arbeitsverhältnis endet, verliert der Arbeitnehmer das Recht, die Werkdienstwohnung zu nutzen und muss die Räumlichkeiten an den Arbeitgeber herausgeben. In diesem Fall bedarf es keiner expliziten Kündigung der Wohnraumnutzung.

Probleme die der Abgrenzung in der Praxis

Eine eindeutige Abgrenzung zwischen Werkmiet- und Werkdienstwohnung gestaltet sich in einzelnen Fällen schwierig. Doch gilt als eindeutiges Indiz für eine Werkdienstwohnung, dass der Mitarbeiter für die Nutzung des Wohnraums kein oder nur ein geringes Entgelt zahlt. Liegt eine vertraglich vereinbarte Pflicht für den Mitarbeiter vor, die Wohnung zu beziehen, spricht dies ebenso für das Vorliegen einer Werkdienstwohnung.

Die Vorteile einer Betriebswohnung

Für den Arbeitgeber liegen die Vorteile auf der Hand. Mit einem Jobangebot inklusive einer Betriebswohnung ist dieser eindeutig im Vorteil gegenüber der Konkurrenz, wenn es um die Mitarbeitergewinnung und deren Bindung an das eigene Unternehmen geht.

Arbeitnehmer profitiert von günstigem Wohnraum und seit dem 01.01.2020 auch von den steuerlichen Vorteilen.