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Alltagsbegleiter-Jobs: Berufsbild, Aufgaben & Gehalt

Alltagsbegleiter/innen sind die guten Geister der Pflegeheime und sozialer Einrichtungen. Du übernimmst verschiedenste Betreuungsaufgabe für ältere oder behinderte Menschen. Stellenangebote findest du bei Einrichtungen, wie Pflegeheimen und Seniorenresidenzen, aber auch in Wohngruppen für ganz unterschiedliche Menschen.

Was macht ein/e Alltagsbegleiter/in

Die Alltagsbegleitung (oder soziale Betreuung) unterstützt hilfsbedürftige Menschen (Senioren, Menschen mit Behinderung) bei alltäglichen Verrichtungen.

Haushalt

In Pflegeeinrichtungen bist du Mittelpunkt und Ansprechpartner/in für alle Bewohner/innen. Du kümmerst dich liebevoll um die unterschiedlichsten Menschen: Mahlzeiten kochen, Essen und Getränke reichen oder andere Hilfestellungen gehören zu deinen Aufgaben. Dazu kommen Haushaltstätigkeiten wie Aufräumen, Wäsche waschen, Handtücher wechseln etc.

Gruppenangebote

Eine weitere Aufgabe von dir ist, den Alltag eines hochbetagten oder demenziell veränderten Menschen zu strukturieren und zu begleiten. Eine Tagesstruktur, verschiedene Aktivitäten, wiederkehrende Strukturen zu schaffen.

Gruppenangebote sind ein wichtiger Teil der Arbeit. Dabei hast du oft viel Freiraum:

  • Gemeinsames Kochen oder Backen
  • Spiele- oder Bastelnachmittage
  • Lesen (Vorlesen, Bücherzirkel, Zeitungsnachmittage)
  • Bewegungsspiele (z. B. Tanzen im Sitzen)
  • Gartengruppen mit gemeinsamen Gemüsebeeten oder Obststräuchern

Für die Bewohner/innen soll der Alltag im Vordergrund stehen, nicht ihre Defizite. Du musst all deine Angebote prüfen: Wer kann mitmachen, welche Voraussetzungen muss ich bieten, damit die Bewohner/innen teilhaben können.

Auch bei einem simplen Spielenachmittag ist kein/e Bewohner/in gleich. Für die einen ist Mensch-ärgere-dich-nicht ein gemütliches Spiel, für die anderen ein Kampf bis zum letzten Männchen.

Du gestaltest Feste im Jahresablauf. Zu Weihnachten Plätzchen backen, Weihnachtsdekorationen basteln, gemeinsam den Baum schmücken oder kleine Nikolausgeschenke gestalten. Die Gemeinschaftsräume müssen jahreszeitlich dekoriert werden, du entwickelst Geburtstagsrituale und vieles mehr.

Einzelangebote

Die Sozialbetreuung soll - basierend auf den individuellen Fähigkeiten der einzelnen Bewohner/innen - ihre Persönlichkeit erhalten und fördern. Bei gemeinsamen Gesprächen betreibst du Erinnerungspflege und Gedächtnistraining.

Die Mobilisation der Bewohner/innen ist ein wichtiger Teil deiner Aufgaben:

  • spazieren gehen, in den Garten gehen
  • im Rollstuhl eine kleine Fahrt machen
  • kleine Einkäufe erledigen
  • Teilnahme an Gottesdiensten

Dokumentation

Die sorgfältige und genaue Dokumentation der einzelnen Tätigkeiten ist bei der Alltagsbegleitung wichtig. Z. B. Essens- und Getränkeprotokolle, Einzelbetreuung oder Gruppenangebote etc.

Kommunikation

Für viele ältere Menschen bist du als Alltagsbegleiter/in sowohl Ansprechpartner/in für persönliche Angelegenheiten als auch ihre Verbindung nach draußen.

Viele Bewohner/innen können oder wollen die Einrichtung kaum noch verlassen. Du bringst menschliche Nähe und Wärme in ihr Leben. Das geht nicht von einem Tag auf den anderen. Du brauchst Zeit, bis ihr euch kennenlernt und aneinander gewöhnt. Viele Alltagsbegleiter/innen sind nach einiger Zeit aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

Der Austausch zwischen Pflege und sozialer Betreuung ist sehr wichtig. Du hast als Alltagsbetreuer/in häufig einen ganz anderen Blick auf die Bewohner/innen. Die Pfleger/innen sind eine Viertelstunde beim Patienten, die Alltagsbetreuung mehrere Stunden. Da kommen auch Vorlieben und Abneigungen zur Sprache.

Was sind die Anforderungen an eine/n Alltagsbegleiter/in?

Formale Voraussetzungen

Alltagsbegleiter/in ist kein Ausbildungsberuf. Die Weiterbildung zur Betreuungskraft erfolgt nach Paragraph 43b, Paragraph 53c Sozialgesetzbuch 11. Du wirst speziell geschult für den Umgang mit Senioren und Menschen mit Demenz oder körperlicher Einschränkung. Gesetzliche Krankenkassen haben eine bundesweit einheitliche Richtlinie, zum Umfang der Weiterbildung.

Demnach soll die Weiterbildung zur Betreuungskraft mindestens 160 bis 240 Unterrichtsstunden enthalten. Es gibt Vollzeit- oder berufsbegleitende Weiterbildungsformen. Auch Fernlehrgänge werden angeboten, dort kannst du die Lerninhalte online abrufen und deine Zeit flexibel einteilen.

Bei erfolgreichem Prüfungsabschluss kann man sich nach Paragraph 43b Betreuungskraft nennen. Wer über eine Ausbildung als examinierte/r Altenpfleger/in abschließt, verfügt mit Bestehen des Examens über alle Qualifikationen für die Tätigkeit einer Betreuungskraft.

Die Ausbildung ist nicht kostenlos, die Kosten können aber übernommen werden – von der Einrichtung oder über einen Bildungsgutschein vom Jobcenter. Einmal im Jahr besteht eine Fortbildungspflicht.

Soft Skills

Du musst Interesse für deine Arbeit haben. Auch hochbetagte oder demenziell veränderte Menschen haben ein feines Gespür und unterscheiden sehr genau zwischen echter und falscher Empathie, zwischen echtem Zuhören und gelangweilter Teilnahmslosigkeit.

Geduld ist ein wesentlicher Faktor. Der Umgang mit hochbetagten und häufig kranken Menschen erfordert viel Geduld – auch bis sie Vertrauen zu dir fassen.

Teamfähigkeit - du arbeitest mit verschiedenen Pfleger/innen und medizinischem Personal zusammen. Du hast Kontakt zu Bewohner/innen und Angehörigen - überzeugte Einzelkämpfer/innen sind hier fehl am Platz.

Kommunikationsfähigkeit - Verständnis, ein offenes Ohr für Bedürfnisse und Anliegen. Ältere Leute erzählen gerne und viel aus ihrer Vergangenheit.

Obwohl Empathie und Verständnis wichtig sind, musst du selbstbewusst und gelassen auftreten können. Humor ist eine Grundvoraussetzung für diesen Beruf!

Jobs als Alltagsbegleiter/in sind nicht immer einfach. Jede/r Bewohner/in hat einen eigenen Willen und andere Gewohnheiten. Du darfst nicht die Nerven verlieren, wenn es stressig wird. Auch wenn du keine medizinische Versorgung leistest, musst du viel Verantwortung übernehmen.

Gehalt: Was verdient man als Alltagsbegleiter/in?

Eine Betreuungskraft bekommt, ausgehend vom Mindestlohn, 9,50 Euro brutto. Bei Vollzeit verdient sie im Monat etwa 1500 Euro. Die Bezahlung kann aber auch viel höher ausfallen, sie variiert je nach Einrichtungen und deinen persönlichen Kenntnissen.

Stellenangebote für soziale Betreuung findest du in vielen stationären Einrichtungen: Pflegeheimen, Seniorenheimen und Behinderteneinrichtungen. Auf Jobblitz.de kannst du dich direkt bewerben!

Quereinstieg: Voraussetzungen für den Einstieg als Alltagsbegleiter/in

Jobs als Alltagsbegleiter/in sind sehr gut für Quereinsteiger/innen geeignet. da keine komplett neue Ausbildung oder ein Studium absolviert werden muss. Stellenanzeigen sind deshalb häufig offen formuliert. Wichtig für dich, wenn du in einer Jobbörse suchst: Verwende auch folgende Bezeichnungen, die eine ähnliche Tätigkeit beschreiben: Alltagsbegleiter/in, Sozialbetreuer/in und Seniorenbegleiter/in.

Menschen, die bereits jahrelang im Handwerk oder im Büro gearbeitet haben und sich neu orientieren, sind sehr gut geeignet für diese Aufgabe. Auch Menschen, die lange in der Pflege gearbeitet haben und sich eine neue Herausforderung suchen, gehen in die Alltagsbegleitung.

Viele Arbeitgeber verlangen mindestens den Hauptschulabschluss. Für Ausländer: Auch wenn es in Stellenanzeigen nicht explizit formuliert ist, so brauchst du oft den B1-Level in der deutschen Sprache, um die Ausbildung zu machen.

Aufstiegschancen gibt es wenig. Jüngere Alltagsbegleiter/innen entdecken oft ihren Spaß an ihrer Tätigkeit mit älteren Menschen und beginnen eine Ausbildung z. B. zur Pflegefachkraft. Ein interessanter Aspekt kann der Schritt in die Selbständigkeit als Seniorenbegleiter/in sein.

Es ist ein sinnstiftender und sicherer Beruf, der viel Freude und Erfüllung bietet.